Ein Term Sheet fasst die wirtschaftlichen Eckpunkte eines Projekts zusammen. Es ist kürzer als der Vertrag, bestimmt aber, welche Fragen Anleger im Detail prüfen sollten. Wer nur Rendite und Laufzeit liest, übersieht häufig die Bedingungen, unter denen diese Zahlen gelten.

1. Emittent oder Kreditnehmer

Die Projektmarke ist nicht zwingend die rechtliche Gegenpartei. Entscheidend ist, welche Gesellschaft die Verpflichtung übernimmt und welche Vermögenswerte dort vorhanden sind.

2. Verwendungszweck

Die Finanzierung kann Ankauf, Bau, Zwischenfinanzierung oder Refinanzierung betreffen. Jeder Zweck liegt an einer anderen Stelle des Projektzyklus und hat ein eigenes Risikoprofil.

3. Rang

Nachrangige Instrumente werden erst nach vorrangigen Gläubigern bedient. Eine hohe Verzinsung kann diese schwächere Position widerspiegeln. Der Rang sollte zusammen mit der gesamten Verschuldung betrachtet werden.

4. Sicherheiten

Beim Vergleich von Dagobertinvest Erfahrungen ist wichtig, welche Sicherheit tatsächlich im jeweiligen Projektvertrag steht. Plattformbezogene Aussagen lassen sich nicht automatisch auf jede Emission übertragen.

5. Zinsberechnung

Nominalzins, Auszahlungstermine und mögliche Verlängerungen bestimmen den Zahlungsstrom. Anleger sollten prüfen, ob Zinsen laufend oder endfällig gezahlt werden und was bei Verzug gilt.

6. Laufzeit und Verlängerung

Eine optionale Verlängerung ist Teil der möglichen Kapitalbindung. Für die eigene Planung sollte nicht nur der früheste Rückzahlungstermin verwendet werden.

7. Kündigungsrechte

Das Term Sheet zeigt, welche Ereignisse eine Kündigung erlauben. Im Vertrag muss anschließend geprüft werden, wer sie aussprechen kann und welche Folgen entstehen.

8. Informationspflichten

Regelmäßige Berichte, Baufortschritt und Mitteilung wesentlicher Ereignisse helfen, Risiken nach der Investition zu überwachen. Fehlen feste Intervalle, kann die Transparenz vom Ermessen des Emittenten abhängen.

9. Mittelverwendungskontrolle

Es sollte nachvollziehbar sein, ob Auszahlungen an Meilensteine gebunden sind und wer die Verwendung prüft. Eine Zweckbeschreibung ohne Kontrolle bietet weniger Schutz.

10. Exit

Verkauf, Vermietung oder Bankrefinanzierung sind unterschiedliche Rückzahlungsquellen. Eine Dagobertinvest Bewertung sollte prüfen, ob die geplante Exit-Route realistisch und durch eine Alternative ergänzt ist.

Das Term Sheet ersetzt den Vertrag nicht. Es dient als Landkarte, um die Stellen zu finden, an denen wirtschaftliches Risiko in juristische Bedingungen übersetzt wird. Wer diese zehn Zeilen systematisch prüft, kann Projekte konsistenter vergleichen und erkennt schneller, wann wichtige Informationen fehlen.

Nach der Zeichnung: Vier Signale im Projektverlauf

Die Prüfung endet nicht mit der Einzahlung. Erstens sollte der tatsächliche Mittelabruf zum angekündigten Bau- oder Ankaufsschritt passen. Zweitens müssen Änderungen bei Genehmigungen und Zeitplan nachvollziehbar begründet werden. Drittens ist zu beobachten, ob zusätzliche Finanzierungen aufgenommen werden und welchen Rang sie erhalten. Viertens sollte die Exit-Strategie mit jedem Bericht konkreter werden, statt sich nur zeitlich zu verschieben.

Ein Projektstatus kann in drei Kategorien geführt werden: planmäßig, erklärungsbedürftig oder materiell verändert. Eine kurze Verzögerung mit dokumentierter Ursache ist anders zu bewerten als wiederholte Fristverlängerungen ohne aktualisierte Liquiditätsplanung.

Vergleichbarkeit über mehrere Projekte

Wer mehrere Angebote prüft, sollte dieselben Felder verwenden. Dadurch werden Muster sichtbar: wiederkehrende Entwickler, ähnliche Sicherheiten, Konzentration auf eine Region oder viele Fälligkeiten im gleichen Quartal. Gerade bei kleineren Einzelbeträgen kann sich unbemerkt eine große gemeinsame Abhängigkeit bilden.

Das Term Sheet ist somit nicht nur eine Zusammenfassung für ein Projekt. Es kann zur standardisierten Datengrundlage einer gesamten Crowdinvesting-Strategie werden.

Crowdinvesting ist mit Verlustrisiken und eingeschränkter Liquidität verbunden. Keine Anlageberatung.